Bis heute: JA. Marketeers nutzen bisher die unzähligen Online Communities – wie bei der Hellseherei die Glaskugel – als Übertragungsmedium, für einen Blick in die Zukunft, um verborgenes (Kundenpotenzial) sichtbar zu machen.

Ab morgen: NEIN. Denn Riley Crane, Postdoktorand an der ETH Zürich, hat das entwickelt, von dem viele Marketeers bisher träumten: nämlich eine Möglichkeit, um in einer Community frühzeitig solche Entwicklungen zu erkennen, die zu einem Massenphänomen führen könnten. Unzwar noch bevor diese Entwicklung überhaupt von einer kritischen Masse an Individuen vollzogen wurde.

Crane beobachtet mit Hilfe von selbst programmierten Systemen während zwei Jahren die Zuschauerzahlen von fünf Millionen Videos auf YouTube. Wie das Onlineangebot ETH life schreibt (Youtube-Nutzung entschlüsselt, 17.11.08) interessierte sich der Wissenschaftler dabei in erster Linie für diejenigen Filme, die am meisten Aufmerksamkeit auf sich zogen, also mindestens 100 Mal pro Tag angesehen wurden (im übrigen sind dies gerade einmal 10 % ). Dabei entdeckte er, dass sich Massenphänomene innerhalb der Youtube-Community vorhersagen lassen können. Mit seinem Modell lassen sich nun einzig anhand von Tendenzen im System bestimmte Entwicklungen erkennen.

Damit wäre es bspw. möglich Online-Buchverkäufe in Echtzeit zu kontrollieren, um frühzeitig zu erkennen, welches Buch aufgrund der Verkaufskurve das Zeug zu einem Kassenschlager hat. Erste Gespräche mit Amazon laufen bereits.


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