… meint Christoph Meinel, Direktor des Hasso-Plattner-Instituts in Potsdam (HPI), in einem Gastkommentar der FTD vom 16.12.08.

Meinel führt das Phänomen von ständig innovierenden Unternehmen und massenhaft unzufriedenen Kunden darauf zurück, dass „Entwickler oft die Scheuklappen der eigenen hochkarätigen Technikdisziplin nicht ablegen (können) und hauptsächlich die neuen technischen Möglichkeiten im Blick haben, aber nicht den Menschen, der sie nutzen soll. Trotz anderslautender Beteuerungen wird die sogenannte Usability kaum in den Innovationsprozess einbezogen. Neue Funktionalität steht im Vordergrund, der Nutzer hingegen oft im Abseits“, so Meinel.

Der Direktor des HPI sieht als wesentliche Ursache insbesondere die mangelnde Interdisziplinarität bei der (Deutschen) Ausbildung , denn “Experten, deren Wissen sehr tief geht, die aber einen Sachverhalt vornehmlich mit dem Tunnelblick des eigenen Faches wahrnehmen. Diskutiert und veröffentlicht darüber wird ebenfalls vor allem in den Grenzen der eigenen Community. Dies geschieht überdies nicht selten in einer Sprache, die Außenstehenden den Zugang verwehrt.“

Und dieses Phänomen überträgt sich nach Meinels Meinung nach in die alltäglichen Praxis. Zwar finden Innovationen meist Abteilungsübergreifend statt, doch sprechen die jeweiligen Experten keine gemeinsame Sprache. Die Essenz der Innovation fehlt häufig; die Innovationskultur. Und Unternehmen versäumen vor allem ihre Kunden in den Innovationsprozess zu integrieren.


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